Elternwerden in Zeiten von Corona: Unterstützung trotz Lockdown

Die ersten Wochen mit dem Baby zuhause – eine magische, aber auch anstrengende Zeit für frischgebackene Eltern. Bis vor einigen Jahrzehnten konnten sich Neu-Mamas und -Papas auf ihre Großfamilien – buchstäbliche Dörfer – verlassen. Frischgebackene Eltern hatten in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt die Unterstützung von Helfern, die die neue Familie mit frischen Mahlzeiten versorgt oder im Haushalt bei der Wäsche und beim Putzen geholfen haben.

Jetzt im zweiten Lockdown haben Neu-Mamas und Neu-Papas meist nicht die Möglichkeit, Hilfe von ihren Familienangehörigen zu erhalten. Die eigenen Eltern, Tanten und Onkel gehören wahrscheinlich zur Risikogruppe, die Geschwister haben vielleicht selbst Kinder, die sie schützen müssen. Darüber hinaus fehlt der Austausch mit anderen Neu-Eltern. Pekip- und auch Rückbildungskurse, ein wichtiger Ort für den Austausch unter frischgebackenen Müttern, sind momentan verboten.

Im Lockdown ist die Gefahr daher groß, sich einsam zu fühlen. Hinzu kommt die ungewohnte Situation, sich auf ein neues Familienmitglied einzustellen, das rund um die Uhr Betreuung benötigt. Das kann bei Neu-Mamas und -Papas zu Depressionen oder Angstzuständen führen.

Der renommierte US-Kinderarzt Dr. Harvey Karp hat Tipps zusammengetragen, wie sich Neu-Eltern trotz Corona Unterstützung nach Hause holen können:

• Wohnen Familienangehörige in der Nähe, können sie den frischgebackenen Eltern selbstgekochte Mahlzeiten an die Haustür bringen, um die Eltern zu entlasten. Wer zu weit weg wohnt, kann auch den Lieferservice des Lieblings-Restaurants beauftragen, den Eltern eine gesunde Mahlzeit vorbeizubringen.

• Regelmäßige Video-Anrufe mit Familie und Freunden tragen dazu bei, sich nicht zu sehr aus der Welt gefallen zu fühlen und am Alltag der anderen teilzuhaben.

• Familien und Freunde können aufmerksame Geschenke für das Baby und für die Eltern per Post schicken, um „Liebe aus der Ferne” zu zeigen.

• Viele Hebammen und Elterngruppen-Leiterinnen haben sich auf den zweiten Lockdown eingestellt und bieten von der Rückbildung bis zur Stillgruppe ihre Angebote auch online an. Der virtuelle Austausch mit anderen Müttern und Baby-Experten gibt Sicherheit, wenn das Baby aufgrund eines Entwicklungsschubs mal wieder sehr unruhig ist.